Formel 1

Christian Horner bricht sein Schweigen nach plötzlicher Entlassung: „Ich war geschockt“

Christian Horner
Christian Horner / Red Bull

Christian Horner ist nach über zwanzig Jahren überraschend als Teamchef und CEO von Red Bull Racing entlassen worden.

Die Mitteilung kam am Dienstagabend von der Red-Bull-Führung aus Österreich. Am Tag danach wandte sich Horner in Milton Keynes in einer emotionalen Abschiedsrede an das Team. Dabei machte er deutlich, dass ihn die Entscheidung völlig unvorbereitet getroffen hat.

„Gestern wurde ich von Red Bull darüber informiert, dass ich nach diesem Treffen keine operative Rolle im Team oder im Unternehmen mehr haben werde“, sagte Horner. „Das kam natürlich als Schock für mich.“

Christian Horner stand dem Formel-1-Team seit der Gründung im Jahr 2005 vor. Unter seiner Leitung gewann Red Bull sechs Konstrukteurs-Weltmeisterschaften sowie acht Fahrertitel. Vier davon holte Sebastian Vettel zwischen 2010 und 2013. Die anderen vier gingen an Max Verstappen in den Jahren 2021 bis 2023.

In den letzten anderthalb Jahren ließ die Dominanz des Teams jedoch nach. Mit dem Weggang von Designchef Adrian Newey hat Red Bull einen zentralen technischen Kopf verloren. Auch die Zukunft von Max Verstappen bei Red Bull ist derzeit ungewiss.

Horner bleibt zunächst weiterhin bei Red Bull angestellt. Welche Funktion er künftig übernehmen soll, ist bislang nicht bekannt. In seiner Ansprache bedankte er sich mehrfach bei den Mitarbeitenden.

„Als ich vor zwanzig Jahren begann, hatte ich ein paar graue Haare weniger und wusste nicht, was mich erwarten würde. Aber ich wurde sofort herzlich aufgenommen. Aus zwei heruntergekommenen Gebäuden entstand ein Formel-1-Kraftpaket. Es war das größte Privileg meines Lebens, Teil davon zu sein.“

Am selben Abend meldete sich Horner auch auf Instagram zu Wort. In seinem ausführlichen Statement schrieb er:

„Nach einer unglaublichen zwanzigjährigen Reise verabschiede ich mich heute schweren Herzens von dem Team, das ich so sehr geliebt habe. Ihr alle, die großartigen Menschen in der Fabrik, wart das Herz und die Seele von allem, was wir gemeinsam erreicht haben. In guten wie in schlechten Zeiten standen wir Seite an Seite, und das werde ich nie vergessen. Es war ein Privileg, Teil dieses besonderen Teams zu sein und es führen zu dürfen. Ich bin unglaublich stolz auf alles, was wir gemeinsam geschaffen haben, und auf jeden Einzelnen von euch.“

„Mein Dank gilt auch unseren großartigen Partnern und Fans, die das Rennfahren überhaupt möglich gemacht haben. Dank eurer Unterstützung ist das Team von bescheidenen Anfängen zu einer festen Größe in der Formel 1 geworden, mit sechs Konstrukteurs- und acht Fahrertiteln.“

„Ebenso danke ich unseren Rivalen, ohne die es keinen Wettkampf gäbe. Ihr habt uns herausgefordert, geschärft und angetrieben, Leistungen zu erbringen, die wir uns nie hätten vorstellen können. Jeder Sieg wurde durch den Wettbewerb intensiver, jede Niederlage war eine Chance zu lernen und zu wachsen.“

„Die Formel 1 ist ein Sport, der auf unermüdlichem Ehrgeiz, Leidenschaft und gegenseitigem Respekt basiert. Die Rivalität war hart, aber der gemeinsame Drang zur Innovation und ständigen Verbesserung hat diese Reise so besonders gemacht.“

„Es war mir eine Ehre, Teil dieser bemerkenswerten Ära im Motorsport zu sein. Ich verlasse das Team mit großem Stolz über das Erreichte, mit Vertrauen in das, was 2026 noch kommt, und mit tiefem Respekt für alle, die die Formel 1 zur absoluten Spitze gemacht haben.“

„Vielen Dank
Christian“

Zusammen mit Horner verlassen auch Marketingdirektor Oliver Hughes und Kommunikationschef Paul Smith das Unternehmen.

Laurent Mekies, bisher Teamchef des Schwesterteams Racing Bulls, wird neuer CEO und Teamchef von Red Bull. Die Führung bei Racing Bulls übernimmt künftig Alan Permane.

Mekies äußerte sich ebenfalls zu seiner neuen Rolle: „Die vergangenen anderthalb Jahre war es ein absolutes Privileg, Visa Cash App Racing Bulls zu führen. Nun freue ich mich darauf, bei Oracle Red Bull Racing zu arbeiten – einem der erfolgreichsten Teams im Sport. Es ist eine Ehre, mit solch brillanten Menschen zusammenzuarbeiten. Gemeinsam bauen wir auf dem beeindruckenden Erbe von Christian Horner auf.“

Auch Oliver Mintzlaff, der beim österreichischen Mutterkonzern für das Formel-1-Engagement verantwortlich ist, bedankte sich bei Horner: „Mit seinem unermüdlichen Einsatz, seiner Erfahrung und seinen innovativen Ideen war er entscheidend am Aufbau von Red Bull Racing beteiligt. Christian, danke für alles. Du wirst immer ein wichtiger Teil unserer Teamgeschichte bleiben.“

Jetzt liegt der Druck auf Laurent Mekies. Er muss Red Bull Racing wieder auf Erfolgskurs bringen.

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